Lasst euer Haar herunter…

… muss auch nicht so weit sein, sondern wie immer nur bis vor eure Füsse… denn da findet ihr jetzt eine

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Rapunzel…

… was nichts anderes als „Rübchen“ heißt und dezent auf eine mögliche Verwendung hinweist. Hier entwickelt sich die „Ährige Teufelskralle“, die nichts außer dem Namen mit der geläufigen „Teufelskralle“ gemein hat, sondern zu der Familie der Glockenblumen (den Rapunzeln eben) gehört. Die jungen Blättchen können mittig einen dunklen Streifen aufweisen, oder eben auch nicht. So ist das in der Pflanzenwelt – man kleidet sich nach Standort und Nährstoffangebot.

Diese Teufelkralle ergibt ein gutes Wildgemüse, wird oft auch „Waldspinat“ genannt. Sie würde früher auch wegen der Wurzeln angebaut. Ob sie nun tatsächlich das Pflänzlein ist, das Rapunzels goldenes Haar gesehen hat, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Auch Feldsalat bekommt man als „Rapunzeln“.

Medizinisch wird sie erstmals bei Gerard (1597) erwähnt, der sie für entzündliche Prozesse im Mund- und Rachenraum empfiehlt. Auch Samuel Frederick Gray (1821) verwendet sie ähnlich (Mandelentzündung).

In anderen Publikationen finden wir die Wurzel als Aphrodisiakum (Oh Rapunzels Mutter, was willst du uns damit sagen? 😉 )

Vermutlich wird die Ährige Teufelskralle noch einige wunderbare medizinische Wirkungen haben (die wir nie erlernen, aber vielleicht erfahren dürfen), doch unsere Wissenschaft vermutet ja zunächst immer grundsätzlich Böses, ohne dem Rechnung zu tragen, dass schon Generationen von Vorfahren von unseren Heilpflanzen profitiert haben. Ich möchte mal behaupten, das  jährlich mindestens 1000 mal mehr Menschen an den Nebenwirkungen  schulmedizinischer Arzneien und Behandlungen, als an irgendwelchen Kräutern sterben (Ich meine allein in Deutschland so um die 50000… die genaue Zahl lässt sich nachlesen).

Unsere ährige Teufelskralle gehörte aber schon immer zu den Wildgemüsen und steht nicht auf der Liste der „bedenklichen“ Pflanzen. Unbedenklicher als Kartoffeln und Tomaten dürfte sie allemal sein.

Wer sie also findet (sie blüht später wunderschön – weiß mit kleinen hakigen Ähren), darf sie auf den Speisezettel nehmen, oder er lässt sie stehen, damit sie sich ein wenig vermehren kann. In England ist ihre Zahl schon bedenklich zurückgegangen, über die Ausbreitung in Deutschland ist mir nichts bekannt.

Vielleicht weiß Rapunzel mehr…?

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